Stiglechner-Insolvenz: Sanierungsverfahren eröffnet – IQ Card stellt Betrieb ein
Linz/Wien.

Die Tankstellenkette Stiglechner ist offiziell insolvent. Am Landesgericht Linz wurden für die Julius Stiglechner GmbH und die Stiglechner Tankstellen GmbH Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Betroffen sind mehrere hundert Beschäftigte sowie zahlreiche Gläubiger.
Sanierung ohne Eigenverwaltung – Insolvenzverwalter bestellt
Mit dem Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung liegt die Kontrolle über die betroffenen Gesellschaften nicht mehr bei der Geschäftsführung, sondern beim gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter. Dieser hat bereits mit der Prüfung der wirtschaftlichen Lage, der Vermögenswerte sowie der laufenden Verträge begonnen.
Zwei Gesellschaften, hohe Verbindlichkeiten
Das Familienunternehmen betreibt österreichweit ein Tankstellennetz mit rund 140 Standorten, darunter Eigenbetriebe und Partnerstationen. Die Verbindlichkeiten der beiden Gesellschaften liegen im hohen Millionenbereich. Eine vollständige Übersicht über Vermögenswerte und mögliche Sanierungsschritte wird im Zuge des Verfahrens erarbeitet.
Als Ursachen für die Insolvenz gelten unter anderem zu geringe Margen im Treibstoffverkauf, gestiegene Energie- und Betriebskosten sowie höhere Finanzierungskosten infolge steigender Zinsen. Ein zuvor angestrebter Restrukturierungsprozess und geplante Investorengespräche konnten die wirtschaftliche Lage nicht mehr stabilisieren.
IQ Card stellt Geschäftstätigkeit ein
Parallel zur Insolvenz der Stiglechner-Gesellschaften kommt es zu Änderungen beim firmennahen Tankkartensystem:
Die IQ Card stellt ihre Geschäftstätigkeit ein. In der Folge wird die Karte von einzelnen Akzeptanzpartnern nicht mehr angenommen.
Für Kundinnen und Kunden bedeutet das Einschränkungen bei der Nutzung
sowie offene Fragen zur weiteren Abwicklung bestehender Verträge und
Guthaben.
Wie geht es weiter?
In den kommenden Wochen wird der Insolvenzverwalter prüfen, ob eine Fortführung einzelner Standorte, ein Verkauf von Betriebsteilen oder andere Sanierungsmaßnahmen möglich sind. Auch über die Zukunft der betroffenen Arbeitsplätze wird im Rahmen des Verfahrens entschieden.
Bis dahin bleibt die Lage für Beschäftigte, Kunden und Partner angespannt. Weitere Schritte hängen vom Fortschritt der Sanierung und den Entscheidungen des Gerichts ab.
